Die Auswahl des richtigen Maklers in Florida – Worauf Verbraucher wirklich achten sollten.
- The Bolsen Team
- 29. Nov. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 29. Nov. 2025

Die Wahl des richtigen Immobilienmaklers ist entscheidend – besonders bei komplexen und finanziell bedeutenden Transaktionen wie dem Kauf oder Verkauf einer Immobilie. Doch vielen Verbrauchern ist nicht bewusst, wie unterschiedlich der Maklerberuf international reguliert ist. Während in Deutschland praktisch jeder ohne umfangreiche Ausbildung Makler werden kann, gelten in den USA deutlich strengere Standards.
Dieser Beitrag zeigt, worauf Sie achten sollten – und warum Qualifikation, Erfahrung und Berufsethik so wichtig sind.
Immobilienmakler in Deutschland: Ein Beruf mit niedrigen Einstiegshürden – aber inzwischen mit Fortbildungspflicht
Erstaunlicherweise kann man in Deutschland weiterhin ohne formalisierte Ausbildung oder berufsspezifische Vorkenntnisse in den Maklerberuf einsteigen. Nach § 34c Gewerbeordnung reicht es aus, beim zuständigen Landratsamt oder Ortsamt eine Erlaubnis zu beantragen. Die Gebühren liegen je nach Region zwischen 300 und 1.600 €.
Für die Erteilung dieser Erlaubnis müssen Antragsteller lediglich nachweisen, dass:
sie zuverlässig sind (polizeiliches Führungszeugnis),
keine Steuerrückstände bestehen (Bescheinigung des Finanzamts),
kein Eintrag im Schuldnerverzeichnis vorliegt,
kein Insolvenzverfahren anhängig ist.
Damit hat Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern — insbesondere den USA, wo standardisierte Ausbildung, Prüfungen und Zulassungen zwingend erforderlich sind — weiterhin sehr niedrige Eintrittsbarrieren.
Seit 2018 gibt es jedoch eine gesetzliche Fortbildungspflicht.
Nach der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) müssen Immobilienmakler alle drei Jahre 20 Stunden Weiterbildungsmaßnahmen absolvieren.
Diese Regelung ist ein wichtiger Schritt zur Qualitätsverbesserung, ersetzt jedoch nicht:
eine einheitliche Basisausbildung,
verpflichtende staatliche Prüfungen,
praktische Ausbildung oder Berufspraxis unter Anleitung,
oder ein standardisiertes Lizenzmodell, wie es international üblich ist.
In der Praxis ermöglicht das deutsche System weiterhin einen Einstieg in den Maklerberuf mit minimaler Vorbereitung und setzt stark auf die freiwillige Professionalität des Einzelnen..
Makler in den USA: Strenge Regulierung zum Schutz des Verbrauchers
Im Gegensatz dazu ist der Maklerberuf in den USA stark reguliert und klar strukturiert. Drei Ebenen sorgen für Aufsicht, Standards und Weiterbildung:
1. National Association of REALTORS® (NAR)
Die NAR ist die größte Maklerkammer der USA, gegründet 1908, mit rund 1,2 Millionen Mitgliedern. Ihr unterstehen alle bundesstaatlichen Maklerkammern.
2. Maklerkammern der Bundesstaaten
Beispiele sind:
FAR – Florida Association of REALTORS®
New York State Association of REALTORS®
California Association of REALTORS®
3. Regionale oder lokale Maklerverbände
Diese setzen die Regeln der nationalen und staatlichen Kammern um.In Naples, Florida ist dies die NABOR – Naples Area Board of REALTORS®, mit über 7.500 Mitgliedern.
Durch diese klare Struktur profitieren Verbraucher von überprüfbaren Standards, verbindlichen Verhaltensregeln und verpflichtenden Fortbildungen.
Warum die REALTOR®-Mitgliedschaft so wichtig ist
Nur wer Mitglied in einer Maklerkammer ist, darf sich REALTOR® nennen – ein geschützter Begriff und ein Qualitätssiegel.
REALTORS® verpflichten sich zu:
umfangreicher Ausbildung,
strengen Verhaltensregeln (Code of Ethics),
regelmäßigen Weiterbildungen,
Einhaltung staatlicher und zivilrechtlicher Vorgaben.
Während man in den USA theoretisch ohne Kammermitgliedschaft arbeiten könnte, ist das praktisch kaum der Fall. In über 20 Jahren Berufspraxis ist mir nur ein einziger Makler begegnet, der kein REALTOR® war.
Wer diesen Beruf ernsthaft betreibt, kommt an der Kammermitgliedschaft nicht vorbei.
Die Ausbildung zum Makler in Florida
Der Weg zur Maklerlizenz in Florida ist anspruchsvoll und mit theoretischen und praktischen Hürden verbunden:
Schritt 1: 63-Stunden-Kurs an einer Real Estate School
Dort wird ein komplexer Stoff vermittelt, der stark an einen Crashkurs im Immobilienrecht erinnert.
Schritt 2: Schulinterne Prüfung
Schritt 3: Staatsexamen (State Exam)
Ein computergestützter 100-Fragen-Multiple-Choice-Test.Trotz des einfachen Formats liegt die Durchfallquote bei über 60 % – ein Hinweis auf die anspruchsvollen Inhalte.
Nach bestandener Prüfung erhält man den Titel Sales Associate und kann unter einem lizensierten Broker arbeiten.
Broker – die höchste Qualifikationsstufe
Ein Real Estate Broker hat die höchste Ausbildung und muss:
mehrere Fortbildungen absolvieren,
zusätzliche Prüfungen bestehen,
ein weiteres Staatsexamen ablegen,
mindestens 2 Jahre Berufserfahrung nachweisen.
Ein Broker-Associate besitzt dieselbe Qualifikation, betreibt jedoch kein eigenes Büro.
Tipp: Bei mehreren zur Auswahl stehenden Maklern ist es immer sinnvoll, sich für einen Broker oder Broker-Associate zu entscheiden.
Vorsicht vor Hobby-Maklern – besonders in Florida
Florida zieht viele Makler an, die den Beruf nicht hauptberuflich oder nicht ernsthaft ausüben. Für Kunden kann das zu erheblichen Problemen führen – etwa durch Fehlinformationen, fehlende Kommunikation oder mangelnde Erfahrung.
Ein Beispiel:Ein Käufermakler reichte ein Angebot für ein Strandapartment ein, informierte seine Kundin jedoch unzureichend über Abläufe und Fristen. Beim Closing erschien er schließlich in seiner Flughafenuniform – sein eigentlicher Hauptberuf. Für amerikanische Kunden ist das bereits irritierend; für deutsche Kunden kann es im Chaos enden.
Wichtig:Fragen Sie immer, ob ein Makler vollzeit im Beruf tätig ist.
Makler-Abkürzungen – hilfreich oder Augenwischerei?
Viele Makler tragen Zusatztitel wie ABR, CRA oder GRI. Diese Kurse dauern meist nur wenige Tage. Weiterbildung ist gut – aber die Qualität ist unterschiedlich.
Keiner dieser Titel kommt auch nur annähernd an die Anforderungen einer Broker-Lizenz heran.Wenn Sie die Wahl haben, entscheiden Sie sich immer für die höchste Qualifikation.
Beispiele anerkannter, aber nicht zwingend hochwertiger Bezeichnungen (NAR):
Accredited Buyer Representative (ABR)
Certified International Property Specialist (CIPS)
Graduate, REALTOR® Institute (GRI)
Certified Residential Specialist (CRS)
und viele weitere…
Es handelt sich um Ergänzungen – nicht um Qualitätsgarantien.
Fazit: Worauf sollten Verbraucher achten?
Bei der Auswahl eines professionellen Maklers sollten Sie unbedingt folgende Punkte prüfen:
✔ Ist er REALTOR®?
Nur dann unterliegt er strengen Regeln und verpflichtender Weiterbildung.
✔ Ist er vollzeit im Beruf und lokal tätig?
Teilzeitmakler verursachen häufig Probleme.
✔ Ist er Broker oder Broker-Associate?
Das ist die höchste Qualifikationsstufe.
✔ Hat er Erfahrung – besonders im gewünschten Marktsegment?
Erfahrung schlägt Theorie.
✔ Gibt es Sprachkompetenz?
Gerade für internationale Käufer ist dies entscheidend.
Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung

Stefan Bolsen, JD
Broker | Realtor®
International Luxury Expert
CoastalHaus Realty
239.285.1332
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